Biographiearbeit Demenz Biographiearbeit bei Demenz - ein Türöffner in die Kommunikation

© icho systems gmbh c/o Fraunhofer InHaus Zentrum
Methoden wie etwa die Biographiearbeit können bei Demenz dazu beitragen, die Lebensqualität der Menschen zu steigern und ihr Erinnerungsvermögen zu fördern. Für die Pflegekräfte ist es allerdings nicht immer leicht, solche Methoden effektiv einzusetzen, da die Arbeit mit Menschen mit Demenz durchaus herausfordernd sein kann. Die Gründer von ichó wollten dies ändern und haben daher einen Therapieball entwickelt, der seine Nutzer durch die Stimulation verschiedener Sinne aktiviert und ihren Pflegekräften auf spielerische Weise einen non-verbalen Zugang zu ihnen ermöglicht.

Menschen mit Demenz benötigen die gleichzeitige Förderung ihrer Kognition und Motorik

Die eine richtige Methode der Betreuung von Menschen mit Demenz gibt es nicht; vielmehr gilt es, unterschiedliche Methoden den Bedürfnissen solcher Menschen entsprechend miteinander zu verbinden. Verschiedenste Studien konnten nachweisen, dass dabei die gleichzeitige Förderung sowohl kognitiver als auch motorischer Fähigkeiten besonders gute Resultate erzielt und den Menschen dabei hilft, ihre verbleibenden Ressourcen noch möglichst lange zu erhalten. Ein spezielles Angebot ist dabei die Biographiearbeit, die durch Fotos, Bilder, Videos, Geräusche und Musik einzelne Ereignisse oder Lebensabschnitte ins Gedächtnis zurückruft. Die so geweckten Erinnerungen aktivieren Menschen mit Demenz und erleichtern es ihnen zudem, in Kommunikationsprozesse mit den Pflegern einzutreten.

Um diese wie auch andere Methoden effektiv nutzen zu können, brauchen die Pflegekräfte neben einer guten Ausbildung, Erfahrung und natürlich auch der nötigen Empathie nicht zuletzt auch Werkzeuge, die sie bei dieser Arbeit unterstützen.

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Wie ein Therapieball die Biographiearbeit bei Demenz revolutioniert

Ein solches Werkzeug ist der ichó-Therapieball, der nach dem Expertenstandard Demenz entwickelt wurde und sich in erster Linie an Pflegekräfte richtet, die Menschen mit Demenz in stationären Pflegeeinrichtungen betreuen. Mit der Entwicklung dieses Balls betraten die Gründer gewissermaßen Neuland, denn ein vergleichbares Produkt hat es weltweit noch nicht gegeben. Der Therapieball ist nämlich nicht nur ein haptisches Therapieobjekt, sondern auch ein digitales Produkt, das unterschiedliche Sinne gleichzeitig anspricht und deshalb gerade für die Biographiearbeit besonders gut geeignet ist. Es erzeugt Geräusche und Klänge und verbindet sie zugleich mit farbigem Licht und Vibrationen. Auf diese Weise aktiviert ichó die jeweiligen Nutzer, erweitert ihre Erfahrung, trainiert ihr Gedächtnis und fördert zugleich ihre motorischen Fähigkeiten. Das geschieht ganz individuell, denn ichó kann ganz einfach an ihre Bedürfnisse angepasst werden. So kann der Therapieball etwa bei Menschen, die früher als Förster gearbeitet haben, durch Vogelstimmen, Waldgeräusche und ähnliche Klanglandschaften Erinnerungen ins Gedächtnis rufen und sie so zu Gesprächen anregen. Auch abspielbare Erzählungen wie "Meine Hochzeit" oder "Mein Garten" sind möglich.

Vielseitige Anwendungsmöglichkeiten helfen auch in herausfordernden Situationen

ichó stimuliert mehrere Sinne zugleich
Bei herausforderndem Verhalten kann der Therapieball ichó Menschen mit Demenz aber auch genauso beruhigen: Durch Änderung der Lichtfarbe beim Drehen des Balls werden sie visuell stimuliert und so durch den ausgelösten Reiz aus ihrer jeweiligen Situation herausgeholt. Das macht es einfacher, Menschen mit Demenz zu waschen, anzuziehen oder ihnen die Haare zu kämmen, was letztlich auch die Pflegekräfte bei ihrer Arbeit entlastet und die soziale Betreuung der Bewohner insgesamt vereinfacht. So erfüllt ichó spielerisch den Zweck, der bei der Entwicklung dieses Therapieballs im Vordergrund stand - nämlich: die Lebensqualität von Menschen mit Demenz sowie ihrer Angehörigen genauso wie die Lebensqualität der Pflegekräfte zu steigern.