Energiegenossenschaft Energiegenossenschaft: Engagement für die Umwelt plus Rendite

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Das Bewusstsein für den Umweltschutz steigt in der Gesellschaft seit einigen Jahren deutlich an. Wie das Umweltbundesamt berichtet, sehen 68 Prozent der Deutschen den Umwelt- und Klimaschutz als sehr wichtige Herausforderung an. Die Nachfrage nach der Gewinnung von "grüner" Energie hat zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen. Viele Menschen sind jedoch unsicher: Bietet mein Stromversorger wirklich zu 100 Prozent klimafreundlichen Strom an? Um diese Unsicherheit zu überwinden, können sich Verbraucher einer Energiegenossenschaft anschließen und so einen eigenen Beitrag zur Förderung von klimafreundlichen Energiequellen leisten.

Energiegenossenschaft - was ist das?

Bei einer Genossenschaft handelt es sich um den Zusammenschluss mehrerer Personen, die gemeinsam ein wirtschaftliches Ziel verfolgen. Das primäre Ziel von Energiegenossenschaften liegt häufig darin, Energiequellen zu fördern, die die Umwelt nicht belasten, so wie die Sonnen- oder Windenergie. Auf eine gewisse finanzielle Rentabilität müssen die Genossenschaftsmitglieder nicht verzichten: Ihr Anteil an der Genossenschaft ist mit einer Beteiligung am Jahresgewinn verbunden, wenn die Generalversammlung eine Dividendenausschüttung beschließt.
Die Besonderheit einer Energiegenossenschaft ist die Zusammenarbeit vieler Menschen, um mit unternehmerischem Handeln für einen lebenswerten Planeten zu kämpfen. Gemeinsam realisieren sie neben der Errichtung ganzer Windparks oder großer Solaranlagen auch viele kleine und dezentrale Projekte, die für große Energieversorger zu kleinteilig und unrentabel sind. Energiegenossenschaften verfolgen somit konsequenter ihr Ziel und orientieren sich mehr an der Wirksamkeit als an der Rendite. Schon heute sind mehr als 200.000 Menschen in gut 800 Bürger-Energiegenossenschaften organisiert - und täglich werden es mehr.

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Warum sollten Bürger finanziell in den Klimaschutz investieren?

Prokon-Windpark Schönwalde
Foto: Jacques Tarnero
Das grüne Investment in eine Energiegenossenschaft schlägt gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Mitglieder legen ihr Kapital sinnvoll an, bringen aktiv die Energiewende voran - und müssen nicht auf eine attraktive Rendite verzichten. Im Rahmen des Impact-Investments vermehren sie ihr Kapital nicht nur, sie bewirken damit auch Gutes, das ihnen zugleich selbst Vorteile bringt. Das Modell der Energiegenossenschaft ermöglicht eine faire Beteiligung der Bürger vor Ort sowie deren persönliche Mitbestimmung bei wirtschaftlichen und umweltpolitischen Themen auf regionaler Ebene. Jeder Bürger kann Mitglied werden - selbst wenn er nur einen kleinen Obolus leisten kann. In den meisten Energiegenossenschaften ist die Mitgliedschaft bereits ab einmaligen Beträgen von 50 oder 100 Euro möglich.

So können sich Interessierte bei Deutschlands größter Energiegenossenschaft Prokon mit rund 40.000 Mitgliedern schon mit einem Betrag von 50 Euro einen ersten Geschäftsanteil sichern. Die jährliche Dividende lag in den vergangenen Jahren zwischen drei und fünf Prozent. Auch das kann sich angesichts der aktuellen Niedrigzinsphase sehen lassen. Selbstverständlich ist auch ein höheres Investment möglich - je nach individueller wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Unabhängig von der persönlichen Einlage hat jedes Mitglied eine Stimme in der Generalversammlung und kann die wesentlichen Geschicke der Genossenschaft somit mitlenken.

Was Prokon mit den Investments der Mitglieder bewirkt

Als Mitglied von Prokon kann jeder Bürger selbst zum Erzeuger von grüner Energie werden und damit aktiv CO2 einsparen. Alle Mitglieder sind Teil einer nationalen Gemeinschaft, die die natürlichen Ressourcen ebenso wie die Umwelt schützen möchte. In ganz Deutschland unterhält Prokon 55 Windparks und erzeugt damit jährlich rund 1,28 Gigawattstunden an grünem Strom, gemeinsam mit weiteren Windkraftanlagen in Finnland und Polen. Im vergangenen Jahr konnten so 800.000 Tonnen CO2 eingespart werden - verglichen mit aus fossilen Rohstoffen erzeugter Energie. Zusätzlich zur Windenergie setzt Prokon auf die Entwicklung von Photovoltaikfreiflächenanlagen und die Erzeugung von Biomethan aus tierischen Wertstoffen (Gülle). Und jedes Mitglied der Prokon-Bürger-Energiegenossenschaft kann einen eigenen Beitrag leisten: Schon ein kleiner Anteil im Wert von 1.000 Euro bedeutet über den Ausbau der klimaneutralen Erzeugung eine jährliche CO2-Ersparnis von vier Tonnen.