Erbengemeinschaft auflösen Erbengemeinschaft auflösen: Alles Wichtige zum Thema

© Zukunft ohne Erbstreit
Der Tod eines Angehörigen ist ohnehin eine schwierige Situation. Doch zusätzlich zu den starken Emotionen kommt nun noch die Aufgabe hinzu, das Erbe aufzuteilen. Einfach ist das, wenn es einen Alleinerben gibt. Das ist allerdings nur selten der Fall. In der Regel handelt es sich stattdessen um eine Gemeinschaft, sprich mehrere Personen, zum Beispiel Geschwister, haben Anspruch auf einen Teil des Erbes. Nicht selten geht es dabei um hohe Geldbeträge oder Besitztümer wie eine Immobilie und dementsprechend herrscht auch ein großes Streitpotenzial. Welche Möglichkeiten gibt es also, um die Erbengemeinschaft auflösen zu können?

Das Problem mit einer Erbengemeinschaft

Ein Erbstreit ist leider alles andere als selten – selbst in Familien, in denen sich die Mitglieder eigentlich nahestehen. Schließlich sind bei dem Thema einerseits starke Emotionen im Spiel, wie Trauer, aber manchmal auch Eifersucht, weil angeblich eines der Kinder immer bevorzugt wurde, oder andere alte Familienstreitigkeiten, um nur eines von vielen möglichen Beispielen zu nennen. Zudem geht es in zahlreichen Fällen um wertvolle Dinge, sei es aus finanzieller Sicht oder aus emotionaler, sprich sie haben einen großen Erinnerungswert. Vor allem Erben, die selbst finanziell nicht allzu gut dastehen, sind häufig zu einem harten Kampf um das Erbe bereit, um ihre eigene Existenz abzusichern. Schnell werden dabei die "Familienbande" vergessen. Besonders schwierig wird die Aufteilung, wenn es sich um Sachwerte handelt, die nicht einfach aufgeteilt werden können. Eine Immobilie ist hierfür ein klassisches Beispiel.

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Mögliche Ziele der einzelnen Erben

Familienfrieden statt Streit mit Geschwistern
Dass es in Erbengemeinschaften so häufig zum Streit kommt, liegt außerdem daran, dass die einzelnen Personen oft unterschiedliche Ziele verfolgen. Die Einen möchten vielleicht möglichst viel Besitz erlangen, die Anderen das Thema einfach schnellstmöglich abhaken und die Dritten um jeden Preis eine Verwerfung innerhalb der Familie verhindern. Wo also unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen, ist Streit häufig vorprogrammiert. Gelingt es allerdings nicht, die Erbengemeinschaft einvernehmlich aufzulösen, kann dies zur Folge haben, dass das Erbe über viele Monate oder sogar Jahre "eingefroren" ist. Das ist nicht nur für die Betroffenen eine belastende Situation, sondern auch aus finanzieller Hinsicht ärgerlich, denn so steht vielleicht eine Immobilie leer oder das Geld kann nicht gewinnbringend angelegt werden. Anstatt, dass das Erbe also genutzt werden kann, verursacht es unnötige Kosten. Das Ziel liegt demnach auf der Hand: Eine Erbengemeinschaft so schnell wie möglich auflösen. Aber wie?

Erbengemeinschaft auflösen mit dem Deutschen Erbenzentrum

Erbteil verkaufen als clevere Alternative
Hierfür gibt es drei Möglichkeiten, erklären die Experten des Deutschen Erbenzentrums: Bestenfalls kommt es zu einer Einigung unter Miterben, sodass ein Streit und die Folgekosten präventiv verhindert werden können. Ist das nicht der Fall, kommt eine Teilungsversteigerung mit Erbteilung infrage. Allerdings fließt das Geld dann erst einmal an das Gericht und der Erlös ist abhängig von den Geboten am Versteigerungstermin. Unter Umständen geht hier also viel Geld und Zeit verloren und nicht selten kommt eine Erbteilungsklage hinzu. Besser wäre es dann, die Erbengemeinschaft durch Verkauf aufzulösen, sprich einer der Erben verkauft seinen Erbteil. Dafür muss er die Miterben vorher nicht um Erlaubnis fragen und kann so direkt seinen Erbteil nutzen. Allerdings beträgt der Abschlag auf den Verkehrswert rund ein Drittel. Im Verhältnis zu den Kosten, die bei der Auseinandersetzung anfallen, und dem, was jetzt schon mit dem geerbten Vermögen möglich wäre, ist der Verkauf in dieser Situation dennoch meist der bessere Weg.