Kundenkommunikation Agile Kundenkommunikation durch granulare Microservices

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Granulare Microservices (Packaged Business Capabilities), die sich schnell und nahtlos in bestehende IT-Infrastrukturen einschließlich Cloud-Umgebungen einbinden lassen, halten auch in der Kundenkommunikation von Unternehmen und Behörden immer mehr Einzug. Technologien wie Docker und Kubernetes liefern die notwendige Grundlage für deren Bereitstellung, Verwaltung und Skalierung.

Das Ende monolithischer Anwendungen in der Kundenkommunikation

Auch in der Kundenkommunikation sind große, monolithische Anwendungen nicht mehr die einzige Option, um die digitale Transformation voranzutreiben. Im Gegenteil: Ihre starre Struktur bietet in vielen Fällen nur eine ungenügende Flexibilität in der Anpassung an sich immer schneller verändernde Anforderungen, zum Beispiel bei der Erweiterung oder Veränderung bestehender Geschäftsmodelle oder wenn innerhalb kürzester Zeit neue Prozesse innerhalb des Dokumenten- und Output-Managements etabliert werden müssen (zum Beispiel die Etablierung eines neues digitalen Kommunikationskanals oder die Möglichkeit, aus der Cloud heraus Dokumente drucken zu können. Die dafür notwendige Agilität, um auf neue Kommunikationsanforderungen schnell reagieren zu können, ist mit solchen mächtigen Software-Suiten auf Grund deren Strukturen nur schwer zu erreichen. Der Anpassungsaufwand wäre dafür viel zu hoch.

Laut Gartner sind monolithische Anwendungen wie traditionelle Musikalben der Vergangenheit: Man musste immer das gesamte Album kaufen, um den einen Song, der einem gefällt, hören zu können. Im Musikkonsum ist es daher inzwischen gang und gäbe, sich nur die Titel, die man will, herunterzuladen und zu einer individuellen Wiedergabeliste zusammenzustellen. Bei Software ist es laut Gartner ähnlich: Auch hier werde oft nur ein Bruchteil an Funktionen, die eine monolithische Unternehmensanwendung zur Verfügung stellt, tatsächlich genutzt. Daher finde auch hier eine Verlagerung hin zu SaaS-Lösungen und API-Diensten statt, die den Anwendern wesentlich mehr Komfort und Flexibilität in ihrem Tagesgeschäft böten, so die Analyse weiter. Statt an das starre Design einer einzigen "großen" Anwendung gebunden zu sein und daran die existierenden Unternehmensprozesse ausrichten zu müssen, verleihe ihnen der Einsatz solcher granularer Microservices die notwendige Agilität, um auf Marktveränderungen schneller reagieren zu können unter Beibehaltung der vorhandenen IT-Infrastrukturen.

Tatsache ist, dass die Nachfrage nach Low-Code-Tools, SaaS-Lösungen und API-zentrierten Microservices steigt. Selbst eher konservative Branchen wie die öffentliche Verwaltung oder die Logistik- und Fertigungsindustrie beschäftigen sich zunehmend mit dem Thema. Kein Wunder, denn generell stehen die IT-Abteilungen unter enormem Effizienz- und Kostendruck. Sie müssen mit den verfügbaren Ressourcen das Maximale aus den existierenden Systemen herausholen, jederzeit eine Hochverfügbarkeit gewährleisten und dürfen dennoch keine "Überkapazitäten" anhäufen. Es geht also neben der geschäftlichen Agilität auch um eine optimale Auslastung der IT-Ressourcen. Gartner jedenfalls rechnet damit, dass bis zum Jahr 2023 etwa 40 Prozent der Anwender ihre Geschäftsapplikationen entsprechend ihren Bedürfnissen individuell zusammenstellen. Das könnte dann beispielsweise so aussehen, dass die Funktionen nicht wie bisher "im Stück" (All-in-One-Paket) angeboten werden, sondern als eine Sammlung von Bausteinen (API-Diensten), die dann je nach Geschäftsanforderung von den Anwendern eingesetzt werden. Gartner spricht in diesem Zusammenhang von "Packaged Business Capabilities", die immer mehr zum Tragen kommen.

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Packaged Business Capabilities in der Kundenkommunikation

Die zunehmende Aufsplitterung von "mächtigen" Software-Lösungen in kleine, skalierbare und leicht zu integrierende Packaged Business Capabilities ist auch in der Kundenkommunikation zu beobachten
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Mit der zunehmenden Verbreitung solcher Services steht natürlich auch die Frage nach ihrer Bereitstellung und Verteilung (Deployment). Hier kommen mittlerweile bewährte Technologien wie Container bzw. Docker, als ein bekannter Vertreter der Container-Technologie, ins Spiel. An sich nicht neu, haben sie das Deployment von Mikroanwendungen (Microservices) entscheidend revolutioniert: Sie lassen sich beliebig je nach Bedarf skalieren und laufen auf allen Plattformen gleichermaßen stabil und zuverlässig.

Dadurch erreicht man die o.a. erforderliche Agilität - auch, wenn man bestimmte Funktionen oder eben auch eine Packaged Business Capability aktualisieren oder neue implementieren will. Statt wie beim "monolithischen Ansatz" die gesamte Lösung updaten zu müssen, wird hier nur das Image mit dem betreffenden Microservice ausgetauscht. Wenn beispielsweise die Deutsche Post neue Portorabatte gewährt und man hat innerhalb seines Output-Management-Systems (OMS) eine Funktion "Portooptimierung" als granularen Microservice im Einsatz, wird der alte durch den neuen einfach ersetzt, ohne dass die übrigen OMS-Prozesse "lahmgelegt" werden.

Die zunehmende Aufsplitterung von "mächtigen" Software-Lösungen in kleine, skalierbare und leicht zu integrierende Packaged Business Capabilities ist auch in der Kundenkommunikation zu beobachten. Hier treibt beispielsweise Compart das Thema voran. Der international agierende Hersteller von Software für die Omnichannel-Kommunikation hat bereits die Basis geschaffen, Anwendungen innerhalb der DocBridge®-Produktfamilie in Cloud-Umgebungen bereitzustellen.

Im Kern geht es darum, wie beschrieben ausgewählte Funktionen als granulare Microservices anzubieten, die dann über gut dokumentierte und leicht handhabbare Web-APIs (in der Regel nach dem REST-Muster) in bestehende Infrastrukturen schnell und problemlos eingebunden sowie mit Drittanwendungen verknüpft werden können.

Die DocBridge®-Produkte von Compart

Schon heute sind etliche DocBridge®-Produkte in dieser Form als Packaged Business Capabilities verfügbar, die sich für dezidierte Prozesse im Output- und Dokumentenmanagement einsetzen lassen. Dazu zählen beispielsweise DocBridge® Impress (Dokumentenerstellung), DocBridge® Conversion Hub (zentraler Konvertierungsdienst im digitalen Posteingang) und DocBridge® Document Viewer (universeller, web-basierter Viewer für nahezu jedes Format). Dank ihrer Granularität stellen sie eine lohnende Alternative zu monolithischen on-premise-Applikationen dar.