Ledger Datenschutz Skandal Entwicklung im Ledger-Datenschutz-Skandal: Anwaltskanzlei leitet Sammelverfahren ein

© SCHEIBER Rechtsanwalt | Attorney at Law
Der Ledger-Datenschutz-Skandal hat im vergangenen Jahr vor allem in der Kryptoszene für viel Aufregung gesorgt. Seitdem kursieren unzählige personenbezogene Kundendaten des Hardware-Wallet-Herstellers auf Internetforen, der materielle und immaterielle Schaden für die Betroffenen ist immens. Sie alle haben jedoch die Möglichkeit, sich unverbindlich für ein Sammelverfahren zu registrieren und den erlittenen Schaden gegenüber Ledger SAS geltend zu machen.

Der Ledger-Datenschutz-Skandal schlägt nach wie vor hohe Wellen

Die Ledger SAS gehört zu den bekanntesten Anbietern von Hardware Wallets und war bei ihren Kunden nicht zuletzt aufgrund der Sicherheit geschätzt. Dies änderte sich im Juni vergangenen Jahres, als infolge eines Hackerangriffs auf die Marketing- und E-Commerce-Datenbank des in Paris ansässigen Unternehmens persönliche Kundendaten entwendet wurden. Dabei erbeuteten die Angreifer über eine Million E-Mail-Adressen und knapp 300.000 personenbezogene Kundendaten wie Namen, Telefonnummern und Adressen. Etwas später tauchten diese Informationen in einem Internetforum auf und sind seitdem für jeden öffentlich zugänglich. Dass bei dem Angriff keine Kryptowährungen gestohlen wurden und laut Ledger auch keine Zahlungsdaten betroffen sind, ist für die Geschädigten wohl nur ein schwacher Trost.

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Betroffene haben ein Anrecht auf Entschädigung

Dr. Florian Scheiber
Da die personenbezogenen Daten nun von jedem eingesehen werden können, hat Ledger SAS die Betroffenen selbst vor möglichen Erpressungsversuchen und Phishing-Angriffen gewarnt und bereits die Löschung von über 200 Phishing-Websites veranlasst. Die Anwaltskanzlei SCHEIBER Rechtsanwalt sieht Ledger SAS aber auch hinsichtlich des dabei entstandenen materiellen Schadens in der Verantwortung. Mehr noch: Aus Sicht der auf das Wirtschaftsrecht spezialisierten Anwaltskanzlei stellt bereits der Datenverlust durch den Cyberangriff einen Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung dar. Laut Artikel 82 der DSGVO berechtigt dies jeden Betroffenen zu einer Entschädigung für den erlittenen materiellen und immateriellen Schaden. Da die Ledger SAS in diesem Falle für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten verantwortlich ist, müsse sie auch die Verantwortung für das Datenleck tragen, so die Anwaltskanzlei SCHEIBER.

Die Anwaltskanzlei SCHEIBER leitet ein Sammelverfahren ein

Um die vielen Betroffenen bei der Durchsetzung ihrer Rechte gegenüber der Ledger SAS zu unterstützen, hat die Anwaltskanzlei SCHEIBER ein Sammelverfahren gegen den Hardware-Wallet-Anbieter eingeleitet, an der sie sich unverbindlich beteiligen können. Denn auch wenn die Geschädigten keinen materiellen Schaden erlitten haben, so stellt die Veröffentlichung der Daten doch einen immateriellen Schaden dar. Bei der Beurteilung der Schwere eines solchen Schadens wie auch bei der Berechnung der Schadensersatzhöhe finden unterschiedliche Faktoren Berücksichtigung - unter anderem die Art der Daten, die Anzahl derjenigen, denen diese Daten zugänglich waren, sowie der Zeitraum des Verstoßes. Bei ähnlichen Fällen in der Vergangenheit betrug die von den Gerichten zugesprochene Schadensersatzsumme etwa 5.000 Euro.