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Legales Gehirndoping mit Nootropika Der neue Trend – Gehirndoping mit natürlichen Substanzen

Gehirndoping, auch Neuro Enhancement genannt, ist in der Mitte der Gesellschaft angelangt. Bisher waren Energydrinks sowie illegale Substanzen wie Kokain oder Retalin die Treiber dieser Entwicklung. Doch in letzter Zeit tauchen immer mehr Präparate auf, die unter dem Fachbegriff Nootropika als Nahrungsergänzungsmittel den Markt erobern. Sie versprechen verbesserte Konzentration, erhöhte Aufmerksamkeit und bessere Gedächtnisleistung. Doch für die gewünschte Wirkung sind die richtige Auswahl und Dosierung an Pflanzenstoffen, Vitaminen und Mineralien entscheidend. Neuere Studien geben einen ersten Überblick.

Sonstiges

Immer mehr Schüler, Studenten und Arbeitnehmer, aber auch Gamer erhoffen sich durch die Einnahme von sogenannten Smart Drugs oder Nootropics eine Verbesserung ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit und Reaktionsfähigkeit. Die Forschung auf diesem Gebiet hat in den letzten Jahren beachtliche Fortschritte erzielt. Es wurden etliche natürliche Substanzen ermittelt, die in Studien ihr Potenzial unter Beweis gestellt haben. Manche Substanzen führten nach längerer Einnahme sogar zu einer Steigerung des Intelligenzquotienten (IQ). Im Folgenden werden die potentesten Kandidaten genauer betrachtet.

Lernen entscheidet sich im Kurz- und Langzeitgedächtnis


Bacopa monnieri oder Brahmi, zu Deutsch kleines Fettblatt, wird schon seit 3.000 Jahren im Ayurveda zur Verbesserung der Lernfähigkeit und bei nervlichen Störungen eingesetzt. Schon 2012 wurde von Downey et al. eine Doppelblindstudie veröffentlicht, die eindrucksvoll zeigen konnte, wie sich die Leistungsfähigkeit bei einer Einnahme von 320 mg Bacopa-monnieri-Extrakt über drei Monate signifikant steigerte. Neuere Untersuchungen empfehlen eine Mischung aus Blattpulver und Extrakt, welche in einer Tagesdosis von circa 650 mg eingenommen werden sollte.

Belastbarkeit in stressigen Situationen


Rhodiola Rosea wird in Sibirien auch goldene Wurzel genannt. Die ihr zugeschriebenen positiven Effekte auf das Erinnerungsvermögen, die Konzentration sowie das Aufnahmevermögen konnten 2014 von Prof. Dimpfel (Universität Gießen) in einer Studie mittels modernster Methoden belegt werden. Schon nach einmaliger Einnahme von 200 mg des Extraktes der Pflanze konnten signifikante Verbesserungen in der Hirnaktivität nachgewiesen werden. Randomisierte Doppelblindstudien bestätigten positive Effekte bei Prüfungsstress, ermüdenden Nachtdiensten, intensiven Konzentrationsphasen und Burn-out.

In der Ruhe liegt die Kraft

L-Theanin ist eine Aminosäure, die vor allem in grünem und schwarzen Tee zu finden ist. Sie steigert die Konzentrations-
fähigkeit und Aufmerksamkeit, hat aber auch beruhigende Eigenschaften. Dies kann sich auch in einer leichten Müdigkeit äußern, der man am besten mit einer geringen Menge Koffein begegnet. Im Duo fördern beide Substanzen eine dauerhafte Konzentrationssteigerung und sind damit gerade in stressigen Lernphasen eine echte Hilfe. 300 mg Theanin und circa 100 mg Koffein zeigen in Untersuchungen die stabilste Wirkung.

Schneller denken


Das im Tannenbälapp enthaltene Alkaloid Huperzin A hat schon in geringsten Mengen eine positive Wirkung auf die kognitive Leistungsfähigkeit. Es ist ein großer Hoffnungsträger bei der Behandlung von degenerativen Hirnerkrankungen wie Alzheimer oder Demenz. Seine starken Wirkungen auf das Gedächtnis und das Lernvermögen machen es zu einem Geheimtipp in der Nootropika-Szene. Huperzin A hemmt den Abbau von Acetylcholin im Gehirn. Acetylcholin gehört zu den wichtigsten Neurotransmittern. Er spielt eine große Rolle in der Gedankenbildung, Denk- & Lernfähigkeit und dem Erinnerungsvermögen.

Starke Nerven

Neben den leistungssteigernden Substanzen ist es wichtig, dass die Nervenzellen, besser gesagt ihre Membranen, in einer guten Verfassung sind. Starke Membranen garantieren optimal funktionierende Nerven. Hierzu sollte eine gut verfügbare Cholin-Quelle mit den nootropischen Einzelstoffen kombiniert werden. Die beste Bioverfügbarkeit zeigt Alpha-GPC-Cholin. Neben seiner Eigenschaft als Cholin-Lieferant hat es in Studien auch eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit gezeigt.

Beste Nerven-Kommunikation


Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) wurde eine neue Form von Magnesium entwickelt, das Magnesium-L-Threonat. Es hat eine exzellente Bioverfügbarkeit im Gehirn und ist so anderen Magnesiumformen weit überlegen. Diese Magnesiumform konnte in Studien eine Erhöhung des Wachstumsfaktors BDNF zeigen, der die Nervenneubildung stimuliert und die Neurokommunikation optimiert. Verbindungen im Gehirn zwischen verschiedenen Arealen wurden verstärkt gebildet und deren Aktivität erhöht. Dies führte zu einer messbar verbesserten Gedächtnisfunktion.

Die Wirkung liegt in der Kombination


Alle vorgestellten Einzelsubstanzen haben für sich in Studien eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten teils eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wer allerdings das gesamte Potenzial der Leistungssteigerung erleben möchte, sollte zu einer Kombination der Einzelsubstanzen greifen. Hier ist zu beachten, dass die Bioverfügbarkeit im Darm meist erst durch einen Katalysator erreicht werden kann. Hier bieten sich Extrakte aus dem schwarzen Pfeffer (Piperin) oder Lezithin-Quellen aus Soja oder Sonnenblume an. Auch sollten keine Wunder erwartet werden. Um die volle Wirkung von Pflanzenextrakten zu erleben, ist meist eine Einnahmezeit von zwei bis acht Wochen notwendig. Wer also das Experiment "Hirndoping" ausprobieren möchte, sollte etwas Geduld mitbringen.

 
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