Magnetstimulation Depression Wie eine neuartige Magnetstimulation bei einer Depression helfen kann

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Ungefähr 350 Millionen Menschen weltweit leiden an einer Depression. Auch in Deutschland haben mehr als elf Millionen Menschen persönliche Erfahrungen mit Depressionen gemacht. Hoffnung macht nun das neuartige Verfahren der Magnetstimulation, das bei einer Depression eingesetzt werden kann.

Neue Behandlungsmethode bei Depressionen macht Patienten Hoffnung

Die Depression hinter sich lassen? Eine neue Behandlung macht Hoffnung
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Zu den häufigsten konventionellen Behandlungsmethoden bei Depressionen zählen die Psychotherapie sowie medikamentöse Therapien mit Antidepressiva. Das Problem: Nicht nur dass die Medikamente unterschiedlich gut vertragen werden und zahlreiche Nebenwirkungen auslösen können - nahezu die Hälfte aller Depressiven reagiert auch nicht im gewünschten Maß auf Antidepressiva und Psychotherapie. Für diese Menschen bedeutete das bislang, der Erkrankung weitgehend hilflos ausgeliefert zu sein und mehr und mehr in berufliche Bedrängnis sowie gesellschaftliche Isolation zu geraten.

Berechtigte Hoffnung macht nun eine neuartige Behandlung, bei der bestimmte Gehirnareale mit Magnetimpulsen stimuliert werden. Die Magnetstimulation - bekannt als rTMS (repetitive transkranielle elektromagnetische Gehirnstimulation) - konnte bereits vielen Patienten helfen und wird seit 2015 in den internationalen Behandlungsleitlinien für Depressionen aufgeführt.

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Magnetstimulation bei Depression

Dr. med. Dipl. Biol. Peter Tamme bietet in seinem Lüneburger Neuromodulationszentrum die Magnetstimulation unter anderem bei Depression an
Die Neuromodulation mit rTMS hat sich in den letzten Jahren als medizinische Methode zur nichtmedikamentösen und noninvasiven Behandlung von Depressionen, die mit Antidepressiva nicht ausreichend gebessert werden konnten, bewährt. Die rTMS-Behandlung funktioniert über hochgradig fokussierte Magnetimpulse zur Stimulation von Gehirnarealen. Überaktive Hirnareale werden dabei dämpfend, minderaktive Areale aktivierend stimuliert. Die Impulse dringen zwei bis drei Zentimeter tief in das Hirngewebe ein und induzieren dort sehr feine Ströme. Durch diese Aktivierung der Nervenzellen werden Neurotransmitter freigesetzt, die wesentlich an der Symptomlinderung beteiligt sind. Die übrigen, nicht an der Stimmungsregulation beteiligten Strukturen werden anders als bei medikamentösen Behandlungen nicht beeinträchtigt.

Bei Depressiven weisen diejenigen Hirnareale eine Minderaktivität auf, die für die Stimmungskontrolle verantwortlich sind. Daher erhalten die Patienten im Anschluss an die rMTS-Therapie wieder einen besseren Zugang und Kontrolle über Gefühle und Emotionen, sodass sie im Idealfall dysfunktionale Verhaltensweisen ablegen können. Wissenschaftliche Studien, die an renommierten Universitätskliniken ohne industrielle Beteiligung durchgeführt wurden, haben gezeigt, dass einer von zwei Patienten eine deutliche Symptomreduzierung erfährt, während einer von drei Behandelten nach sechs Wochen symptomfrei ist. Während die Nebenwirkungen von Antidepressiva immens seien können, wird bei der Magnetstimulation lediglich zuweilen von Kopfschmerzen, Unwohlsein oder einer Missempfindung an der Kopfhaut berichtet.

Die Praxis für Neuromodulation in der Schmerz- und Psychotherapie von Dr. med. Dipl. Biol. Peter Tamme

Gäste-Lounge der Praxis für Neuromodulation
Wer Interesse an einer Neuromodulation hat, kann sich an das Neuromodulationszentrum in Lüneburg von Dr. med. Dipl. Biol. Peter Tamme wenden. Für die ambulant durchgeführte Therapie beträgt der Zeitaufwand im Vergleich zu konventionellen Verfahren nur einen Bruchteil. So umfasst eine typische Behandlung 20 Sitzungen, die bei zwei Sitzungen pro Tag innerhalb von zehn Tagen absolviert werden können. Eine rTMS-Sitzung dauert ungefähr 30 Minuten, in denen der Patient entspannt und wach - ohne Sedierung oder Anästhesie - im Behandlungsstuhl sitzt. Die Magnetstimulation bei Depression wird in der Lüneburger Praxis für Neuromodulation an sieben Tagen pro Woche und an 365 Tagen im Jahr angeboten.

Patienten, die nicht in Lüneburg wohnen, können in praxisnahen Ferienwohnungen oder Hotels untergebracht werden und die Praxis für die Sitzungen zweimal täglich besuchen. In den ansprechend eingerichteten Räumlichkeiten der Praxis, die mit modernster High-End-Technologie ausgestattet ist, werden Depression, Angst, Zwänge, aber auch chronische Schmerzen und Süchte erfolgreich mit Neuromodulationsverfahren behandelt. Neben rTMS zählen dazu auch die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) sowie Ketamin-Infusionen. Jedes Verfahren ist für sich in zahlreichen Multicenterstudien als wirksam nachgewiesen worden. Der Schmerz- und Psychotherapeut, Buchautor, Seminarleiter und Begründer der Achtsamkeitsbasierten Schmerztherapie (ABST®) Dr. med. Dipl. Biol. Peter Tamme kombiniert die drei innovativen Therapien auch miteinander, um die Wirkung zu intensivieren.