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Rainer Schorr Grundstückspreise im Berliner Umland: Rainer Schorr sieht wachsende Dynamik

Von der starken Wohnungsnachfrage in Berlin ist zunehmend auch die Bautätigkeit in den umliegenden Landkreisen erfasst. Ein Beispiel sind die enormen Preissteigerungen in den berlinnahen Gemeinden des Landkreises Potsdam-Mittelmark, der bereits Ende Februar die aktuellen Bodenrichtwerte vorgestellt hat.

Finanzen & Immobilien

Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH
Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH
In den Kommunen um Potsdam sind die Preise für Grundstücke mit Baugenehmigung demnach im vergangenen Jahr um 23 Prozent gestiegen. Überdurchschnittliche Preissteigerungen seien vor allem in den Gemeinden innerhalb des Autobahnrings festzustellen, so die Auswertungen.

Stark verteuert haben sich Baugrundstücke in Stahnsdorf. Auf einem ehemaligen Kasernengelände an der Potsdamer Allee lag der Bodenpreis für einen Quadratmeter bei 490 Euro. "Das ist für Stahnsdorf ein absoluter Höchstwert", sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. Die höchste Steigerung im gesamten Landkreis gab es im Stahnsdorfer Ortsteil Schenkenhorst. Dort hat sich der Preis um 130 Euro pro Quadratmeter innerhalb eines Jahres auf nun 290 Euro erhöht. Auch das Stahnsdorfer Blumenviertel liegt mit Preisen von 430 Euro für den Quadratmeter am oberen Ende der Skala. "Stahnsdorf nähert sich damit an Kleinmachnow an", sagt Rainer Schorr.

Kleinmachnow ist eine Gemeinde mit hohem Grünanteil, direkt hinter der Grenze zum Berliner Stadtteil Zehlendorf. Dort werden für den Quadratmeter Bauland aktuell Preise bis zu 790 Euro in der Medonstraße aufgerufen, in der Ginsterheide sind es 760 Euro. In den meisten Wohnlagen der Kommune sind die Preise im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 60 Prozent gestiegen. Damit sind in Kleinmachnow die teuersten Grundstücke des gesamten Landkreises zu finden.

Etwas anders stellt sich die Lage in den Gemeinden außerhalb des Autobahnrings dar: Dort hängt der Wert eines Grundstücks maßgeblich von der Verkehrsanbindung ab. Wo es einen Anschluss an die Bahn in Richtung Berlin gibt, müssen Käufer mehr Geld bezahlen als in Orten abseits der Trassen. Die höchste prozentuale Preissteigerung hat es in Borkheide mit 93 Prozent gegeben. Zwar ist der Quadratmeterpreis mit 85 Euro vergleichsweise günstig. Ein Jahr zuvor wurde in Borkheide aber noch knapp die Hälfte für Grund und Boden verlangt. In Borkheide fährt der RE 7, ab 2022 auch im Halbstundentakt.

Ein ähnliches Bild gibt es auch in den anderen Umlandkreisen. Von Neuenhagen im Landkreis Märkisch-Oderland sind es etwa 30 Minuten bis zum Berliner Alexanderplatz. In der Gemeinde unmittelbar hinter der Berliner Stadtgrenze liegen die Preise für Baugrundstücke mittlerweile zwischen 200 und 270 Euro pro Quadratmeter. In einigen Ortschaften nahe der Oder ist der Quadratmeter Bauland dagegen aktuell für fünf Euro zu haben. Vor kurzem waren es noch vier. Die Anpassung gab es nur, weil das zuständige Bauamt seine Gebühren erhöht hat. "Je weiter vom Berliner Zentrum entfernt und je schlechter die Anbindung, umso günstiger sind Grundstücke mit Baugenehmigung", sagt Rainer Schorr über das starke Preisgefälle im Land.

Neben der Verkehrsanbindung und der Entfernung zu Berlin zahlt in Brandenburg vor allem die Nähe zum Wasser auf den Grundstückswert ein, insbesondere wenn diese mit einem Gewässer zusammen vermarktet werden. So wurde Ende Januar in einer Gemeinde nahe Strausberg von einem Eigentümer erstmals Bauland zusammen mit einem kleinen Teil des in Privatbesitz befindlichen Stienitzsees verkauft. Der Bodenpreis liegt dort bei 600 Euro, der für das Wasser bei 50 Euro pro Quadratmeter. "Erstmals kostet ein unbebautes Grundstück für ein Einfamilienhaus im Kreis Märkisch-Oderland mehr als eine Million Euro", sagt Rainer Schorr. "Vom eigenen See bis zum Alexanderplatz sind es dann noch etwa 60 Minuten."

 
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