Scheinselbstständigkeit Kriterien Handelt es sich um Scheinselbstständigkeit? Welche Kriterien erfüllt sein müssen und wie sich Auftraggeber schützen können

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Die Zahl der Betriebsprüfungen der sogenannten Fremdleistungen ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Gerade Betriebe, die mit Freiberuflern und Honorarkräften zusammenarbeiten, sind deshalb oft unsicher: Werden im Vertragsverhältnis Kriterien der Scheinselbstständigkeit erfüllt? Eine Berliner Unternehmensberatung unterstützt Firmen und ihre Steuerberater bei der Statusfeststellung, um sie vor den drohenden Strafen zu schützen.

Betriebsprüfungen werden turnusmäßig alle vier Jahre durchgeführt

Scheinselbstständigkeit wird in Deutschland zu einem immer größeren Thema. Um eine Scheinselbstständigkeit handelt es sich dann, wenn eine Person zwar nach außen als selbstständiger Unternehmer auftritt, tatsächlich aber - inklusive sämtlicher Abhängigkeiten und Verpflichtungen - wie ein festangestellter Arbeitnehmer agiert und behandelt wird. Zwar arbeitet eine Vielzahl von Unternehmen aus den unterschiedlichsten Bereichen seit Jahren vertrauensvoll mit Freiberuflern, Subunternehmern und Honorarkräften zusammen, doch die Angst, dass Freelancer rückwirkend zu Scheinselbstständigen erklärt werden, wächst bei den betreffenden Firmen.

Aus guten Gründen: Die Prüfpraxis der Deutschen Rentenversicherung hat sich in den vergangenen Jahren geändert und verschärft, und die Anzahl der beanstandeten Beschäftigungsverhältnisse erhöht sich kontinuierlich.

Selbst dann, wenn selbstständige Auftragnehmer eine gültige Gewerbeanmeldung besitzen, Umsatzsteuer abführen, ihr Honorar von mehreren Auftraggebern beziehen und nachweislich über eine eigene Betriebsstätte verfügen, kann es passieren, dass die Prüfer bei der Betriebsprüfung dennoch einzelne Kriterien einer Scheinselbstständigkeit erfüllt sehen.

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Für die Unternehmen kann das schwerwiegende Folgen haben: So müssen die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile eines bestimmten Zeitraums von den Auftraggebern vollständig nachgezahlt werden - die Verjährung kann dabei von vier auf dreißig Jahre angehoben werden. Dazu kommen noch Säumniszuschläge von monatlich einem Prozent, also mehr als zwölf Prozent pro Jahr. Je nach Länge des festgesetzten Zeitraums kann dies selbst für kleinere oder mittelständische Unternehmen hohe Nachforderungen bedeuten, teils in Millionenhöhe.

Nicht wenigen Betrieben bleibt als einzige Option der Weg in die Insolvenz. Andere trifft es noch härter: Nach § 266a StGB können Unternehmer oder Geschäftsführer einer GmbH sogar zu Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren verurteilt werden. Für viele Unternehmen bedeutet dies in letzter Konsequenz das endgültige Aus.

Aufgrund der scharfen Kontrollen (u. a. auch vom Zoll) und der zu befürchtenden Sanktionen zögern immer mehr Unternehmen, wenn es darum geht, Freiberufler zu beauftragen. Dadurch gehen ihnen qualifizierte Arbeitskräfte und kreative Potenziale verloren, und Selbstständige haben es zunehmend schwerer, an Aufträge zu kommen.

Um sich rechtlich abzusichern und in der Wahl seiner Honorarkräfte trotzdem nicht einschränken zu müssen, können Unternehmen professionelle Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen, am besten direkt bei Erstellung der Verträge.

Mit den richtigen Verträgen und den sogenannten Statusfeststellungsverfahren können sich die Unternehmer von der Clearingstelle rechtssicher bestätigen lassen, dass die Subunternehmer echte Unternehmer sind. Die Betriebsprüfer müssen diese Bescheide anerkennen (Vertrauensschutz).

Wie eine Unternehmensberatung bei der Statusfeststellung hilft

Die Statusfeststellung, durch die unter anderem ermittelt wird, ob und inwieweit das Vertragsverhältnis zwischen Auftraggeber und freiberuflichem Mitarbeiter Kriterien der Scheinselbstständigkeit erfüllt, zählt nach einer Entscheidung des Bundessozialgerichts vom 5. 3. 2014 nicht zu den Nebenleistungen der Steuerberater. Sprich: Steuerberatern ist es nicht erlaubt, ihre Mandanten bei Anträgen auf Durchführung der Statusfeststellung zu beraten oder zu vertreten - wenn sie es dennoch tun, dann handelt es sich um eine unbefugte Rechtsberatung, was entsprechend geahndet werden kann.

Die zertifizierten Experten der clearing solutions GmbH, einer Unternehmensberatung mit Sitz in Berlin, sind gemeinsam mit den auf das Sozialversicherungsrecht spezialisierten Rechtsanwälten der jura ratio Rechtsanwaltsgesellschaft mbH und zertifizierten Gutachern seit vielen Jahren der kompetente Ansprechpartner für Unternehmer und Steuerberater.

Unternehmen können ihre Situation im Rahmen einer kostenfreien Ersteinschätzung bewerten lassen und auf Wunsch weitere umfassende Beratungsleistungen in Anspruch nehmen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein und möglichen Problemen bei der Betriebsprüfung vorzubeugen.