Schwedische Rente "Schwedisches Rentenmodell": Was Anleger von der schwedischen Altersvorsorge lernen können

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Das Thema Altersvorsorge ist eines, das in Deutschland gerne aufgeschoben wird. Doch der ehemalige Leitspruch eines großen deutschen Versicherers, "Heute schon an morgen denken", ist angesichts der Entwicklung der Rentensituation kein schlechter Ratgeber. Das durchschnittliche Rentenniveau der gesetzlichen Rentenversicherung beträgt derzeit etwa 48 Prozent des letzten Bruttogehalts. Aufgrund der alternden Gesellschaft in Deutschland lautet die Vorausberechnung der Bundesregierung, dass sich das Niveau bis 2030 sogar auf 43 Prozent absenken wird.
Ergänzende Modelle, wie beispielsweise die betriebliche Altersvorsorge oder die private Vorsorge, drängen sich dementsprechend immer mehr auf. Für die persönliche Entscheidungsfindung ist jedoch eine sorgfältige Auseinandersetzung mit dem Thema ratsam, insbesondere da sich die Ergebnisse für den Anleger abhängig vom gewählten Modell gravierend unterscheiden können. Was die schwedische Rente für Möglichkeiten bietet, erfahrene Interessierte im folgenden Beitrag.

Was ist das Problem mit der betrieblichen Altersvorsorge?

Auch wenn es fast immer sinnvoll erscheint, nicht ausschließlich auf die gesetzliche Rente zu setzen, wirkt die betriebliche Altersvorsorge (bAV) häufig nicht mehr zeitgemäß und dynamisch genug.

Ein großer organisatorischer und häufig finanzieller Nachteil ist die mangelnde Flexibilität bei Jobwechseln. Die betriebliche Altersvorsorge ist, wie der Name schon vermuten lässt, an den Betrieb, also den Arbeitgeber, gebunden. Wer seinen Job wechselt, muss mindestens mit einem bürokratischen Aufwand rechnen. Meistens fallen für die Mitnahme des Kapitals zum neuen Arbeitgeber Kosten an und im schlimmsten Fall kann es sogar zum Verfall von Anlagebeträgen kommen.

Darüber hinaus haben Anleger in Zeiten von Niedrig- und Negativzinsen faktisch keine Chancen mehr auf Renditen. Die "verpflichtende Beitragsgarantie" der bAV (aber auch der Riesterrente) ist damit ohne grundlegende Reform des Systems nicht mehr einhaltbar.

Weiterhin wird die sogenannte Entgeltumwandlung vielen Anlegern zum Nachteil. Durch die Nachgelagerte Besteuerung muss die Betriebsrente im Ruhestand voll versteuert werden. Hinzu kommen auch Abgaben für Kranken- und Pflegeversicherung. Zwar entstehen in der Einsparphase lohnsteuerliche Vorteile, man sollte dennoch darauf vorbereitet sein, dass sich der Auszahlungsbetrag durch die Besteuerung reduzieren wird.

Des Weiteren schmälern diverse Nebenschauplätze die erwartbare Rendite merklich. Hohe Kosten der etablierten Anbieter für Altersvorsorgelösungen und Verrechnungen mit Ansprüchen aus gesetzlichen Rentenversicherungen lassen die Beträge, die letztendlich an den Anleger ausgezahlt werden, weiter schrumpfen.

Auch wenn für die bAV mit üppigen Förderungssummen geworben wird, ist deshalb eine frühe Auseinandersetzung mit der Kostenstruktur dieser Form der Altersvorsorge ratsam, um nicht das Nachsehen zu haben, wenn man auf die Auszahlung angewiesen ist.

Schwedisches Modell als Vorbild?

Um die Rendite für Pensionäre zu steigern, haben sich die Schweden schon seit geraumer Zeit für einen modernen Weg entschieden: Ein Teil der Rentenabzüge wird automatisch für eine sogenannte Prämienpension verwendet. Die Gelder aus dieser Prämienpension werden dann entweder durch einen staatlichen Fonds oder über private Anbieter in Aktien investiert. Das erzielte Ergebnis weckt ebenfalls bei Vorsorgenden in Deutschland Interesse und Hoffnungen: Zum einen konnten in den letzten zehn Jahren durchschnittlich zweistellige Renditen für die Anleger erzielt werden, zum anderen können je nach Wahl des Anbieters die Kosten vergleichsweise niedrig ausfallen. Auch deshalb zählte die Fondsratingagentur "Morningstar" den staatlichen AP7-Fonds, der mit seiner "MSCI World"-Strategie die Wertentwicklung der 3.000 wichtigsten Unternehmen der Industrie- und Schwellenländer widerspiegelt, im Jahre 2020 zu einem der besten Fonds Europas.

Dieses Modell ist derzeit so erfolgreich, dass sich auch die aktuelle Bundesregierung davon inspirieren lässt und die sogenannte "Aktienrente" für Deutschland diskutiert. Allerdings sind die Fortschritte, welche die Regierung bislang vorweisen kann, leider überschaubar. Weiterhin werden nach der Einführung vor allem jüngere Generationen vollumfänglich davon profitieren. Wer sich für die Altersvorsorge mithilfe von Wertpapier-Sparplänen interessiert, ist in Deutschland deshalb weiterhin auf Eigeninitiative angewiesen.

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Vorteile der Depotvorsorge gegenüber der bAV?

Ein privates Depot hat zunächst einmal den Vorteil, dass der Anleger über ein Höchstmaß an Kontrolle über sein angespartes Kapital verfügt. Im Falle des bereits thematisierten Arbeitgeberwechsels ist also mit keinerlei Einschränkungen und auch keinem bürokratischen Aufwand zu rechnen, da keine Abhängigkeiten vom Arbeitgeber bestehen.

Neben der Flexibilität und Eigenverantwortung stehen natürlich vor allem die finanziellen Vorteile im Vordergrund. Während bei der bAV die Renditen ausbleiben, sind mit Fonds und ETFs in der Vergangenheit hohe Renditen möglich gewesen. Ein Beispiel: Anleger, die in den ETF "MSCI World" investiert haben, welcher das Wirtschaftsgeschehen von 23 führenden Industrienationen abbildet, konnten sich in den letzten Jahren über eine durchschnittliche Rendite von neun Prozent freuen.

Sparpläne für Fonds und ETFs können Anlegern gegenüber der betrieblichen Altersvorsorge viele Vorteile bieten, besonders wenn die private Altersvorsorge über etablierte Anbieter, wie beispielsweise der 1822direkt, organisiert werden.
Mehr Informationen zu ETF-Sparplänen

Wie kann man anfangen?

Investitionen in Fonds oder ETFs
Der erste Schritt für jeden, der die private Altersvorsorge mit einem eigenen Wertpapierdepot angehen möchte, sollte immer lauten, sich zu informieren. Etablierte Anbieter wie die 1822direkt können dabei eine wertvolle Hilfestellung leisten. Sie verfügen über eine breite Servicepalette, die sich an Einsteiger richtet. So stellt einem die 1822direkt ein Musterdepot zur Verfügung, mit dem man den Einstieg in den Wertpapierhandel erstmal mit virtuellem Geld testen kann. Weiterhin kann man sich über eine Social-Trading-Funktion an den erfolgreichen Handelsstrategien anderer Anleger orientieren – auch an denen von renommierten Anlegern.

Sobald man über ein Depot verfügt, gibt es zwei wichtige Grundsätze, die es zu beachten gilt, damit man im Alter mit einer hohen Rendite belohnt wird. Zum einen sollte man sein Risiko streuen. Einzelne Aktien verfügen über eine hohe Volatilität, was bedeutet, dass Werte von Aktien schnell nach oben schießen, aber genauso schnell abstürzen können. Um das Risiko besser zu verteilen, eignen sich Investitionen in Fonds oder ETFs, die wiederum in eine Vielzahl von Aktien investiert sind, und somit das Risiko für den Endverbraucher deutlich reduzieren.