Solar Segelboot Ein autarkes Solar-Segelboot? Aus Kiel kommt eine innovative Lösung

© FLIN Solarsysteme GmbH i.G.
Segler gelten als frei und unabhängig, doch die Bordbatterien und/oder der Elektro-Außenborder müssen früher oder später aufgeladen werden. Für viele Segler heißt es dann: ab in den nächsten Hafen und das Boot mit einer Kabeltrommel an den Landstrom anschließen. Das ist jedoch aufwendig und von vielen Seglern auch gar nicht gewünscht, da sie auch in puncto Energieversorgung unabhängig sein möchten. Ein Start-up-Unternehmen aus Kiel hat dafür die ideale Lösung entwickelt. Das FLINsail lässt den Traum vom autarken Solar-Segelboot wahr werden.

FLINsail generiert dank Ausrichtbarkeit eine hohe Leistung auf kleinstem Raum

Vorteile von Solarenergie auf Segelboot auch im Hafen
Solarmodule für Segelyachten sind kein Novum, allerdings haben bisherige Lösungen einige Schwachstellen. Herkömmliche Solarmodule für die Decksmontage nehmen wertvollen Platz weg und erzeugen nur dann ausreichend Energie, wenn die Sonne hoch am Himmel steht, da sie sich nicht ausrichten lassen. Zudem sind sie häufig verschattet. Dieses Problem inspirierte Lasse Hochfeldt, selbst passionierter Segler, eine innovative Solarlösung zu entwickeln, die den ganzen Tag über Solarstrom erzeugt. Nach vielen Stunden Entwicklungsarbeit im eigenen Wohnzimmer seiner Wohnung in Kiel war dann endlich der erste Prototyp des FLINsails fertig. Diesen probierte er sofort auf seiner kleinen, gut sechseinhalb Meter langen Segelyacht aus und war begeistert. Er schloss sich mit zwei Partnern zusammen und gründete das Unternehmen FLIN Solar. Mittlerweile ist aus seiner Entwicklung ein serienreifes System geworden.

Was das FLINsail von anderen Solarmodulen unterscheidet: Die Solarmodule können zu jeder Tageszeit im optimalen Winkel zur Sonne ausgerichtet werden. Dies ermöglicht auch in den Morgen- und Abendstunden eine maximale Energiegewinnung. So erzeugt ein FLINsail pro Tag 50 Prozent mehr Energie als ein auf Deck montiertes Solarmodul.

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Im Handumdrehen zum autarken Solar-Segelboot

FLIN-Mastrutscher zum Montieren der Solarmodule am Mast der Segelyacht
Das FLINsail versorgt Segler also mit eigenem Strom, wenn sie mit ihrer Segelyacht vor Anker oder im Hafen liegen. Und es ist auch ein optimaler Begleiter bei Flaute auf See. Sofern die Segelyacht mit einem E-Motor angetrieben wird, lässt sich die Reichweite mit dem FLINsail mehr als verdoppeln. Durch die patentierten FLIN-Mastrutscher kann das FLINsail bei Bedarf mit wenigen Handgriffen oberhalb des Großsegels in die Mastnut eingeklickt und wie ein Segel in den Mast gezogen werden. Sobald die Akkus wieder voll geladen sind, was bei voller Sonneneinstrahlung innerhalb kürzester Zeit erfolgt, kann das FLINsail wieder platzsparend in der handlichen Transporttasche verstaut werden.

Das FLINsail kann mit zwei bis sechs Solarmodulen ausgestattet werden. Dank des modularen Aufbaus lässt sich die Solarlösung optimal an den individuellen Energieverbrauch anpassen. Wer nur einen Kühlschrank oder einen Gefrierschrank betreiben möchte, für den reichen bereits zwei Solarmodule aus. Sie versorgen eine 30-Fuß-Yacht mit ausreichend Energie für das gesamte Bordnetz. Mit einem sechsmoduligen FLINsail ist es sogar möglich, autark an Bord elektrisch zu kochen oder einen E-Motor zu betreiben.

Nachhaltige und umweltverträgliche Solarlösung

Tasche zum Verstauen des FLINsails auf dem Segelboot
Bei der Entwicklung des FLINsails hat das FLIN-Team Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit gelegt. So werden bewusst hochwertige und langlebige Materialien eingesetzt, einzelne Komponenten und Bauteile lassen sich unkompliziert austauschen und die Lieferanten sitzen und produzieren in Europa, um die Transportwege möglichst kurz zu halten. Mit dem FLINsail möchte das Start-up dazu beitragen, die maritime E-Mobilität voranzubringen – und das nicht nur in Bezug auf Segelyachten. Aktuell tüftelt das Team an einer Systemlösung für Freizeitboote mit Verbrennungsmotor, um auch hier die Umweltverträglichkeit zu verbessern.